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Vorgeschichte / Spanischer Erbfolgekrieg

Im Jahre 1700 war der Spanische König Karl II. kinderlos gestorben. Ein Weltreich war zu vererben. Weil die spanische Linie des Hauses Habsburg ohne Nachfolger geblieben war, wurde ein Thronfolger für das Königreich Spanien und seine riesigen überseeischen Kolonien gesucht.
Das österreichische Habsburg erhob ebenso Erbansprüche wie das Frankreich des Sonnenkönigs Ludwigs XIV. Um eine ungeheure Machtkonzentration in österreichischer oder französischer Hand zu vermeiden, einigten sich Europas Höfe darauf, dass ein bayerischer Wittelsbacher Spanien erben sollte.
Der Nachfolger von König Karl II. von Habsburg auf dem spanischen Thron sollte sein Großneffe Joseph Ferdinand werden, der erst sechsjährige Sohn der Kaisertochter Maria Antonie und des bayerischen Kurfürsten Max II. Emanuel. Dieser Wittelsbacher war ein gefeierter Kriegsheld. Zusammen mit dem Polenkönig Jan Sobieski hatte er 1683 die Türken vor Wien besiegt und 1688 das von den Türken - sie nennen den Bayern wegen seiner Uniform den "Blauen König" - besetzte Belgrad erobert. Ganz Europa sprach von den Heldentaten des "Blauen Kurfürsten".
Doch sein Sohn Joseph Ferdinand stirbt bereits 1699 im Alter von sechs Jahren. Jetzt erbt Philipp von Anjou das spanische Reich. Er ist der Enkel des Sonnenkönigs, aber auch ein Neffe des Blauen Kurfürsten. Der ehrgeizige Max Emanuel schließt ein Bündnis mit dem als unbesiegbar geltenden Frankreich. Alles Land, das im kommenden Krieg dem Kaiser in Wien abgenommen werden kann, sollte an Bayern fallen. Französisches Geld und die Aussicht auf eine Königskrone und ein Bayern, das Franken und Schwaben annektieren sollte, taten ein Übriges.
Kurfürst Max II. Emanuel
Die Gegenseite formiert sich in der Haager Allianz: Kaiser Leopold von Habsburg, England und die niederländischen Generalstaaten, Preußen (das dafür mit der Königskrone belohnt wird), Dänemark, Württemberg, Braunschweig, Hessen-Kassel, der fränkische und der schwäbische Reichskreis.
Der bayerische Kurfürst Max Emanuel eröffnete mit einem Überfall auf die Freie Reichsstadt Ulm 1702 die Kampfhandlungen. Sie sollten sich bis 1714 hinziehen.
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