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Frieden von Rastatt

Die Schlacht von Blindheim 1704 hat tiefgreifende Folgen. War Ludwig XIV. Anfang 1704 noch kurz davor gestanden, die Vorherrschaft in Europa zu erlangen, muss er sich fortan auf die Verteidigung Frankreichs beschränken. Gleichzeitig beginnt England seinen Aufstieg zur beherrschenden See-, Handels- und Kolonialmacht. Österreich wird europäische Großmacht und besetzt Bayern, Kurfürst Max Emanuel flieht in die Niederlande. Zehn Jahre später führt der unerträgliche Druck des österreichischen Besatzungsregimes zum Volksaufstand (Sendlinger Mordweihnacht). Erst 1715 kehrt Max Emanuel nach Bayern zurück. Die Zweige des Hauses Wittelsbach ziehen Lehren aus ihrer Zerstrittenheit und schließen 1724 eine Hausunion, die das Zusammenwachsen verschiedener Territorien zu einem bayerischen Staat einleitet.
Der Spanische Erbfolgekrieg schleppt sich bis 1713/1714 hin. Im Frieden von Utrecht 1713 beenden die Franzosen, Engländer, Holländer und Preußen ihre Streitigkeiten. Das Heilige Römische Reich und Österreich schliessen sich diesem Frieden nicht an. Erst 1714 im Frieden von Rastatt und im Frieden von Baden stellen auch Österreich und Frankreich die Kampfhandlungen ein.
Große territoriale Veränderungen auf dem Kontinent bringt der Frieden nicht. Anders in der neuen Welt: England erhält Gibraltar und Menorca, freie Zufahrt in die Häfen des spanischen Kolonialreiches sowie die französischen Besitzungen in der Hudsonbai, Neufundland und Neuschottland.
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